Bild © Renate Kunz AqV Ludwigsburg
Bild © Renate Kunz AqV Ludwigsburg

100 jähriges  Jubiläum des Vereines der Aquarien- und Terrarienfreunde Ludwigsburg  1913 e.V.

Festakt am 6 Juli 2013 im großen Bärensaal in Ludwigsburg.

Da hätte sich doch sicherlich der alte König Wilhelm II von Württemberg erfreut die Augen gerieben. Der unter seiner Regierung am 29. Januar 1913 gegründete Verein hat alle schweren Zeiten seit dato überlebt und ist heute im Internet- und Mobilfunkzeitalter noch genauso emsig wie zuvor. Über mehrere Generationen hinweg wurden kontinuierlich Menschen  für Aquaristik und Terraristik angeleitet und begeistert.  So darf der Verein heute sogar eine beachtlich große Jugendgruppe vorweisen, ein echtes Novum! Ein eigenes Vereinsgelände mit Tümpeln, mehr als 150 Fisch- und Pflanzenbörsen wurden abgehalten. Wenn man auf ein derart Erfolg reiches volles Jahrhundert zurückschauen darf, ist dies mit Recht ein Grund stolz zu sein und zwingt geradezu dieses Ereignis gebührend zu feiern.

So hatte der erste Vorstand  Reiner Köpf zum Festakt in das historische Ambiente des Bärensaals in Ludwigsburg geladen. Nur einen  Steinwurf vom berühmten Residenzschloß und des weltberühmten Barockparks entfernt.  Die Gästeliste umfasste Honoratioren der Stadt Ludwigsburg, des VDA, Freunde sowie benachbarte Vereine.
Nach dem herzlichen Willkommensgruß, an die zahlreichen Gäste und Mitglieder, streifte Reiner Köpf  (Bild links) in einem informativen Rückblick Historie, Ziele des Vereines, den aktuellen Stand des Arten-  und  Naturschutzes. Besonders der regionale Naturschutz und Verhinderung von Artentnahmen liegen ihm sehr am Herzen, ist er doch zusätzlich in seiner Freizeit noch zertifizierter Landschaftsführer im benachbarten Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Mit einem gemeinsamen Prosit  auf die  vergangenen 100 Jahre und eine, hoffentlich ebenso erfolgreiche, Zukunft  eröffnete dann der Reigen der Festredner.

Stadtrat Roland Glasbrenner  (Bild rechts) überbrachte die Glückwünsche des Oberbürgermeisters von Ludwigsburg. Er outete sich selbst als langjährigen Aquarianer, was man dann auch unschwer seinen höchst kompetenten Ausführungen zur Aquaristik, Artenschutz und politischen Tendenzen entnehmen konnte.  Lobend wurden die zahlreichen öffentlichen Auftritte und  Verdienste der letzten Jahrzehnte hervorgehoben, welche vom Verein in der Kommune gestemmt und höchst positiv von der Stadtverwaltung registriert werden. Auf seine Mitglieder sei  absolut Verlass, er bereichert  die Vereinsstruktur Ludwigsburgs und ist schlichtweg nicht mehr wegzudenken, so  Stadtrat Glasbrenner.  Er versicherte in seiner Rede, dass die Stadt Ludwigsburg, weiter nach allen Kräften und im ihr möglichen gesetzlichen Rahmen, den Verein fördern und unterstützen wird. Ein namhafter Scheck, überreicht an die höchst erfreuten Vorstandsvorsitzenden, untermauerte seine Aussagen. Weitere Überraschung, Stadtrat Glasbrenner  trat zu selbiger Stund als neues Mitglied ein!

Bild von links: Hans N. Schopf, Reiner Köpf, Lando Lampert
Bild von links: Hans N. Schopf, Reiner Köpf, Lando Lampert

Lando Lampert, erster Vorsitzender des VDA-Bezirkes 14; Baden-Württemberg,  überbrachte Grüße des VDA-Präsidenten Stefan Hetz und des Präsidiums des VDA-Bezirkes BW.  100 Jahre haben die Mitglieder ehrenamtlich mit Fleiß und Mühe zum Bestehen des Vereines beigetragen, ein lebendiges Beispiel und Vorbild für alle Aquarianer und Terrarianer.  Da die Vereinsväter bereits in ihrem Gründungsjahr, im Juli 1913, dem VDA –Dachverband beitraten, dieser damals selbst erst 3 Jahre alt, ist der Verein in Ludwigsburg somit gleichzeitig auch 100 Jahre VDA-Mitglied,  damit einer der Ältesten im VDA. Ein höchst seltenes Doppeljubiläum!  Lando Lampert  würdigte die konstante Treue und  den ungebremsten Tatendrang der Mitglieder.  Er überreichte den Vorständen Reiner Köpf und Hans Norbert Schopf (zweiter Vorsitzender) die Goldene  Vereins-VDA-Plakette , verbunden mit einem Scheck

Willi Schönleber
Willi Schönleber

Die Vereinsvorsitzenden Horst Steven (Aquaristikfreunde an der Murr) und Willi Schönleber (Aquarien- und Terrarienfreunde Hohenlohe)  adressierten  ebenfalls Grußworte  und Glückwünsche an ihren Nachbarverein. Beide sprachen auch Gegenwart und  Zukunft der Aquaristik an, wobei  bei Beiden die Sorge um verfehlten oder falsch verstandenen Naturschutz mitschwang.  Leider ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend eine versuchte Einflußnahme – teilweise höchst aggressiv- auf die Politik zu beobachten. Durch Lobbygruppen, selbsternannte Gutmenschen oder gewisse Naturschutzverbände,  deren vivaristische Sachkompetenz nicht unbedingt ausgeprägt ist. Nichts wäre aber schädlicher für die ehrenamtlich organisierte Aquaristik oder Terraristik, wenn bisherige jahrzehntelange erfolgreiche Vereinsarbeit  samt Börsen durch Gängelung oder behördliche Reglementierung, z.B. durch lobbygesteuerte  Positivlisten oder  kontraproduktive Tierschutzgesetze, behindert oder gar erstickt würde.
Willi Schönleber faßte es kurz und prägnant in die Worte: Aquaristik - wohin gehst Du?

Hans N. Schopf fiel die Ehre zu, einen chronologischen Rückblick auf die lange Vereinsgeschichte und die Laudatio, für verdiente Mitglieder, zu halten. In seinem launigen  Vortrag ließ er Ereignisse und besondere Highlights wieder Revue passieren, die er mühevoll aus dem Vereinsarchiv ausgegraben hatte. Gemeinsame Erlebnisse  des aktiven Vereinslebens wie Ausstellungen, Tümpeltouren, Reisen und  Festivitäten wurden zur Freude vieler wieder in lebhafte Erinnerung gerufen und boten angeregten Gesprächsstoff. Kurios, dass Frauen erst seit 1948 Mitglied im Verein werden durften.
Die selbstgestellte Frage, ob es noch weitere 100 Jahre so weiter gehen wird, bleibt vorläufig unbeantwortet. In jedem Falle, so Hans N. Schopf: Vereine erhalten heißt-neue Wege gehen! Menschen entgegengehen und mitnehmen, Patenschaften von Aquarien oder Terrarien z.B. in Schulen, sind geeignete Wege. Denn wir leben in einem Zeitalter zu vieler konkurrierender Freizeitangebote. Terraristik ist im Aufwind, darauf muß man sich einstellen. Außerdem bereiten steigende Energiepreise dauerhaft Sorgen.

Rolf Koch
Rolf Koch

Nach einer Gedenkminute für  verstorbene Vereinsmitglieder der letzten Jahre, schritten die Vorstände Reiner Köpf und Hans N. Schopf zur Ehrung langjähriger und hoch verdienter Mitglieder.
Die drei Mitglieder:  Klaus Kadow,  Rolf Koch und Hans N. Schopf erhielten die GoldeneEhrennadel,  Freund Kadow und Koch zusätzlich Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. Mit der  SilbernenEhrennadel ausgezeichnet wurden: Renate Kunz, Herbert Heugel und Manfred Naß  sowie für Rainer Ziemann und Andreas Rössler die Bronzene Ehrennadel.
Stellvertretend sei  Rolf Koch hervorgehoben, er ist seit 53 Jahren  (!) aktives Mitglied!  Zusätzlich zu seiner goldenen Nadel und Verleihung der Ehrenmitgliedschaft erhielt er, aufgrund seiner überragenden züchterischen Leistungen, die VDA-Nadel  von Lando Lampert überreicht.

Medaille Vorder- und Rückseite
Medaille Vorder- und Rückseite

In der  folgenden Pause gab es Gelegenheit sich am reichhaltigen Fest-Buffet zu stärken und die umfassende historische Ausstellung mit  Schriftstücken, Urkunden, Photos, Medallien  sowie weiteren Requisiten aus 100 Jahren  Historie zu besichtigen, welche die Vereinsmitglieder im Untergeschoss liebevoll  zusammengestellt hatten.  Interessant u.a. war eine Medallie vom Jahr 1933 welche belegt, dass damals der „VDA Gau Schwaben“  schon die Ordnungszahl 14 hatte, so wie heute der VDA Bezirk BW.

Mit einem  Lichtbildvortrag über L-Welse des  Rio Xingu  des bekannten Autors und Mitbegründers der L-Welstage, Andreas Tanke, kam es zu einem weiteren Glanzlicht des Abends. In gemütlicher Runde wurde dann fachgesimpelt, bis sich auf einmal zwei ältere wortgewaltige Damen in breitestem Schwäbisch in die Gesellschaft mischten und  als temperamentvolle Putzfrauen ihren Schabernack trieben. Wie sich herausstellte war dies ein originelles Theater- Duo aus Oberrixingen. Ihre  handfesten schwäbischen Alltagsgeschichten  und Sketche kamen einem allzu bekannt und authentisch vor und sorgten für pausenlose  Lachsalven. Eine gelungene Überraschung!

Aber es kam noch dicker, ein unerwartetes Highlight in Form eines Millionenteuren Musik-Feuerwerkes gegenüber im Barockpark, welches der Veranstalter „Blühendes Barock“ Ludwigsburg veranstaltete und vom Bärensaal aus gut beobachtet werden konnte. Nicht unbedingt wegen des Vereinsjubiläums sondern als jährliches Ludwigsburger Event, es fiel an diesem herrlichen Sommerabend zufällig mit dem Vereinsjubiläum zusammen. So wird es als extra Sahnehäubchen, parallel zum perfekt gelungenen Jubiläumsfest, noch  allen Mitgliedern und Gästen in bester Erinnerung bleiben.
Wir danken herzlich dem Vorstand und den Mitgliedern für das würdige,  unwahrscheinlich warmherzige und familiäre Fest, dem Verein wünschen wir für die Zukunft alles Gute.

Es sei noch erwähnt, dass das Jubiläum tags darauf, am Sonntag, mit einer Jubiläumsbörse und Riesen-Tombola noch seinen krönenden Abschluss fand!

 

Wer weitere Informationen sucht, hier die Kontaktdaten: www. aquarienverein-lb.de; Facebook: aquarienverein-lb

Text + © Bilder, sofern nicht anderst vermerkt:  Horst Steven

Bearbeitungsstand:

16.09.2017

Zum Download:

Stand: 01.03.2017

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