VDA - Verbandstag und Bundeskongress 2014

in Weingarten

 

Das Motto des diesjährigen VDA-Verbandstages und Bundeskongresses in Weingarten war „14/14“. Warum? Der VDA ist bundesweit organisiert und in Bezirke aufgeteilt. Der Ausrichter dieses Treffens, der Bezirk 14, befindet sich im Süd-Westen Deutschlands, in der Region rund um Weingarten. Vor einigen Jahren beschlossen die Vorsitzenden des Bezirks 14 den Bundeskongress 2014 in ihre Region zu holen. Damals stand noch nicht genau fest, an welchem Ort dieser Kongress stattfinden soll. Doch die Wahl, den Kongress nach Weingarten zu holen, fiel den Verantwortlichen nicht schwer, da die Stadt zur Unterstützung ihrer ortsansässigen Vereine, das Kongresszentrum für Veranstaltungen kostenfrei zur Verfügung stellt. So hatten wir das Glück, den diesjährigen Verbandstag und Bundeskongress in Weingarten, einer historisch interessanten Stadt, inmitten einer landschaftlichen wunderschönen Region veranstalten zu können.

 

Die Delegierten mit Ehrenmitgliedern und Vereinsmitgliedern
Die Delegierten mit Ehrenmitgliedern und Vereinsmitgliedern

Der VDA vereint bundesweit über 350 Vereine und Arbeitskreise unter seinem Dach. Die Delegierten aus allen Regionen Deutschlands trafen sich, am Freitag den 02.Mai zu ihrem jährlich stattfindenden Verbandstag, um die zahlreichen Aktivitäten des kommenden Jahres zu diskutieren, die weitere Verbandsarbeit abzustimmen und Rechenschaft über das vergangene Jahr abzulegen. Richtungsweisende Entscheidungen mussten getroffen werden, denn wie viele Vereine, ist auch der VDA von einem permanenten Mitgliederschwund betroffen. So werden auch für die Jahre 2014/2015 finanzielle Mittel für die Jugendarbeit in den Vereinen zur Verfügung gestellt. Damit wird das Bemühen der Vereine möglichst viele Kinder und Jugendliche für das Hobby der Aquaristik und Terraristik zu begeistern unterstützt.

 

Schon im vergangenen Jahr hat der Verband kräftig an seiner Außendarstellung gearbeitet und konnte auf den letzten großen Publikumsmessen in vielen Regionen Deutschlands mit einem modernen und ansprechenden Messestand die Vivaristik präsentieren. Das ist ein erster Schritt, das in der öffentlichen Wahrnehmung etwas angestaubte Hobby aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Gerade in den letzten Jahren zeigte sich durch die Aquascapingwelle, dass Aquaristik modern, innovativ, jung und stylisch sein kann. In dieser deutlich jüngeren Scaper-Szene die Akteure dazu zu bringen, sich in Vereinen und über die Vereine hinaus im Verband für die Haltung seltener Tierarten in Aquarien und Terrarien einzusetzen, dabei der Politik klar zu machen wie wertvoll die Erkenntnisse aus dem Hobby sind, wird wohl eine der Hauptaufgaben des VDA in den kommenden Jahren werden.

 

„Citizen Sience“ - Bürgerwissenschaften - ein moderner Begriff im alten Gewand bekommt heute wieder mehr Bedeutung bei der Erforschung der Natur, nicht nur vor unserer Haustür. Wer heute in die zahlreichen Neuerscheinungen von Büchern, Zeitschriften, Web-Seiten und Enzyklopädien rund um die Vivaristik schaut, erkennt, dass ein sehr großer Teil des Wissens und der populärwissenschaftlichen Literatur genau aus dieser Gruppe von engagierten Hobby-Vivarianern hervorgegangen ist. Hier haben auch zahlreiche Mitglieder des VDA und Mitglieder anderer vivaristischer Vereinigungen einen großen Anteil an dem Wissen, welches dem Neueinsteiger zum Verständnis der wunderbaren Welt der Viviaristik heute zur Verfügung steht. Im 18. Jahrhundert stand die Wissenschaft nur einer kleinen Elite von Menschen zur Verfügung. Aus dem Interesse, mehr über naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu erfahren und das Wissen auszutauschen, entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche wissenschaftliche Vereinigungen für Naturkunde. Institutionen, wie z.B. die Universität Frankfurt, sind aus solchen bürgerschaftlichen Forschungsvereinigungen hervorgegangen.

 

Wissen ist heute unendlich und einfach verfügbar und so verlagert sich das Engagement dieser bürgerlichen Vereinigungen immer weiter ins Internet und organisiert sich über andere Plattformen. Aber auch durch zahlreiche andere Freizeitangebote wird die Anzahl der Menschen geringer, die sich für Vivaristik interessieren. Die Faszination, sich für die Tierhaltung zu begeistern und die natürlichen Zusammenhänge zu erkennen, vereint viele Menschen. Sich gemeinsam in Vereinen, in Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften zu organisieren ist ein erster Schritt, sein Wissen an andere weiter zu geben oder Wissen zu erfahren. Wichtig ist natürlich auch sich für dieses Hobby politisch einzusetzen. Das ist eine der Hauptaufgaben des VDA.

 

So haben die Delegierten am Wochenende neben den Diskussionen über eine neue, zeitgemäße Satzung und finanzielle Aufwendungen für zahlreiche Projekte, auch viele Gespräche über die Zukunft der Vivaristik geführt.

Am Samstag und Sonntag konnten alle angereisten Teilnehmer und Besucher aus der Region interessanten Vorträgen über die Zucht von Grundeln, die Haltung und Zucht von Süßwassernadeln und über die Lebensbedingungen unserer Aquarienpflanzen lauschen. Hier wurde die gute Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern und Hobby-Vivarianern deutlich, denn beide Gruppen sammeln wichtige Daten über Lebensweise, Artenvielfalt und Zusammenhänge in den Lebensräumen, der von unseren Mitgliedern gehaltenen Tiere. So hat Dr. Mark-Oliver Rödel, Herpetologe am Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über Fortpflanzungsstrategien afrikanischer Froschlurche berichtet und in seinem Vortrag immer wieder erwähnt, wie wenig Wissen über die Biologie vieler Arten vorhanden ist. Auch Aquarianer, wie Karl-Heinz Genzel, tragen dazu bei diese Kenntnisse zu vervollständigen, indem sie verschiedene Fischarten der großen Gruppe der Kilifische im Aquarium züchten und das Verhalten, die Aufzucht und die optimalen Aquarienbedingungen dokumentieren. Diese Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Bürgerwissenschaft ist eine große Errungenschaft unserer Gesellschaft und sollte nicht durch unangemessene Reglementierung weiter eingeschränkt werden.

 

Blumeninsel Mainau
Blumeninsel Mainau

Für interessierte Teilnehmer gab es ein kulturelles Rahmenprogramm und Ausflüge in die Umgebung Weingartens. Auch konnten alle angereisten Teilnehmer am Samstagabend zu Live-Musik das Tanzbein schwingen. Eine rundherum gelungene Veranstaltung in einem angenehmen Ambiente und sehr engagiertem Personal, das im Hotel und Kongresszentrum sehr umsichtig und freundlich den Kongress begleitet hat. Ein besonders großer Dank geht an die Organisatoren der Veranstaltung aus dem VDA-Bezirk 14 und die Vereine „Aquarienfreunde Ravensburg e.V.“ und „Aquarien- und Terrarienfreunde Biberach e.V., welche die sehr gelungene Veranstaltung mit ihren Schauaquarien und –terrarien ausgestaltet haben. Natürlich auch einen herzlichen Dank an den Oberbürgermeister, Herrn Markus Ewald für den herzlichen Empfang und die Grußworte sowie die Stadt Weingarten, die das Kongresszentrum zur Verfügung stellte.

Kathrin Glaw

Redaktion VDA-aktuell

Bearbeitungsstand:

16.09.2017

Zum Download:

Stand: 01.03.2017

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