Die Leitlinien des VDA

 

Der VDA auf dem Weg in das 21. Jahrhundert

 

 

 

Leitbild zur Entwicklung der organisierten Aquarien- und Terrarienkunde

 

Die seit Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete Aquarien- und Terrarienkunde ist ein Bestandteil unseres kulturellen Erbes. Deshalb bekennt sich der Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. gegr. 1911 (VDA) dazu, die Aquarien- und Terrarienkunde zu fördern und weiter zu entwickeln in der Tradition von Volksbildnern wie Emil Adolf Roßmäßler und Naturwissenschaftlern wie Nobelpreisträger Konrad Lorenz. In wenigen Jahrzehnten hat sich die Welt und unsere Gesellschaft schneller verändert als jemals zuvor. Die notwendige Balance zwischen materiellen und ideellen Werten scheint ebenso gestört wie zwischen dem Informationsüberfluss einerseits und der Suche des Einzelnen nach Orientierung anderseits. Neue Fragen fordern neue Lösungen. Vor diesen Herausforderungen steht auch die organisierte Vivaristik.

 

 

Grundanliegen

 

Das Grundanliegen der Aquarien- und Terrarienkunde ist es, geeignete Tier- und Pflanzenarten in menschlicher Obhut zu pflegen, zu beobachten und nachzuzüchten und die gewonnenen Erkenntnisse zu verbreiten. Nur die Aquarien- und  Terrarienkunde gestattet eine sachgerechte Pflege in einem entsprechend gestalteten, quasi natürlichen Lebensraum.

Der VDA bezweckt den Zusammenschluss aller Vereine und sonstigen Vereinigungen, die sich mit Aquarien und Terrarienkunde befassen, um gemeinsam die Aquarien-und Terrarienkunde zu erhalten und auszubreiten. Der VDA vertritt – auch auf der politischen Ebene – die Interessen seiner Mitglieder. Mit anderen Verbänden, die sich der Pflege von Tieren und Pflanzen in menschlicher Obhut widmen, wird eine gemeinsame politische Interessenvertretung angestrebt.

Der im VDA vorhandene Sachverstand zur Aquaristik und Terraristik im Speziellen, aber auch der Biologie im Allgemeinen ist in die politische und öffentliche Meinungsbildung einzubringen.

 

 

Zucht und Arterhaltung

 

Die erfolgreiche Zucht ist die Krönung der Pflege von Aquarien- und Terrarientieren. Der VDA strebt gesunde und hochwertige Nachzuchten durch seine Mitglieder an. Dabei sollen Wildformen erhalten werden, ebenso die züchterische Arbeit im Rahmen der natürlichen Erbanlagen.

Der VDA unterstützt inländische Züchter und sieht zu deren Förderung gesetzgeberischen Regelungsbedarf. Die Nachzucht von gefährdeten Arten bedeutet einen aktiven Beitrag zur Arterhaltung und erfordert höhere gesellschaftliche Anerkennung. Eine gezielte Förderung der Nachzucht gefährdeter Arten kann eine Präventionsmaßnahme gegen Schmuggel sein.

Gesunde Nachzuchten müssen entsprechend ernährt werden. Kleingewässer, insbesondere Dorfteiche sind eine natürliche Futtergrundlage für Aquarientiere. Der VDA fordert daher diese zu erhalten und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen.

Für Arten, deren ausreichende Nachzucht bisher nicht gelungen ist und für neue Arten ist auch künftig eine begrenzte Naturentnahme notwendig, um deren Biologie und Nachtzuchtfaktoren erforschen zu können.

 

 

Ehrfurcht vor dem Leben

 

Ehrfurcht vor dem Leben erwächst aus individueller Verantwortlichkeit bei der Pflege von Aquarien und Terrarien und trägt dazu bei, sich mit Werten unserer demokratischen Gesellschaft zu identifizieren. Der VDA lehnt die physikalische, chemische oder genetische Manipulation natürlicher Lebensformen ebenso grundsätzlich ab wie Züchtungen, deren Ergebnis zur drastischen Einschränkungen des natürlichen Verhaltens führen (sog. „Qualzuchten“). Der VDA lehnt auch grundsätzlich ab, Tiere im Handel als Sonderangebote zu verkaufen.

Artgerechte Pflege von Tieren und Pflanzen erfordert Sachkunde. Der VDA sieht einen Schwerpunkt im Erwerb und Nachweis dieser Sachkunde für seine Mitglieder.

 

 

Bildung und Naturverständnis

 

Aquarien- und Terrarienkunde ist eine aktive Freizeitbeschäftigung von bildendem Wert. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen dem im Aquarium oder Terrarium gestalteten Lebensraum und den zu pflegenden Tieren und Pflanzen vermittelt naturwissenschaftliche Zusammenhänge und Naturverständnis.

Kenntnis solcher Zusammenhänge ist Voraussetzung für sachorientierten Schutz der Umwelt, insbesondere für den fachgerechten Arten- und Biotopschutz. Nur was man kennt und versteht, kann und will man schützen. Der VDA fordert deshalb, die Aquarien- und Terrarienkunde in allen Bereichen der Bildung, insbesondere im Biologieunterricht, stärker einzubinden.

Die vielfältigen Möglichkeiten fachliche Erkenntnisse der Aquarien- und Terrarienkunde zu erwerben und weiter zu geben, insbesondere durch Vorträge und Publikationen, anerkennt den Einzelnen und trägt dazu bei Persönlichkeit zu entwickeln. Der VDA fördert deshalb besonders Jugendliche.

 

 

Forschung und Wissenschaft

 

Aquaristik und Terraristik tragen praktisch zu biologischer Wissenschaft bei. Sie unterstützen nachhaltige Strategien Biodiversität zu erhalten. Der VDA strebt eine engere Zusammenarbeit mit Instituten, wie Zoologischen und Botanischen Gärten, Hoch- und Fachschulen, naturkundlichen Museen u. a. an.

 

 

Begegnung und Kommunikation

 

Die historische Bedeutung des Vereins als Stätte des Austausches fachlicher Informationen verschiebt sich in der modernen Mediengesellschaft zunehmend zur Stätte der Begegnung von Menschen gleicher oder ähnlicher Interessen. Der VDA bietet in seinen Vereinen einen wirksamen Beitrag gegen Vereinsamung und gesellschaftlicher Isolation. Das aktive Einbringen des Einzelnen ist besonders zu unterstützen. Bezirkstagungen, Symposien und VDA-Bundeskongresse sichern die überregionale Begegnung und Kontaktpflege.

 

 

Wirtschaft

 

Der VDA verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen.

 

 

Bearbeitungsstand:

16.09.2017

Zum Download:

Stand: 01.03.2017

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